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Herren 1: Unglückliche und ärgerliche Niederlage gegen STB Volley

Ammann Thomas (#2) 04.11.2019

In einem über weiter Strecken hochklassigen, ausgeglichenen und attraktiven Spiel muss das Herren 1 auswärts gegen STB Volley die erste Niederlage einstecken. Das 2:3 schmerzt, es wäre mehr drin gelegen und zumindest zwei Punkte hätte das Team für seine aufopferungsvolle und kämpferische Leistung verdient gehabt.

Das Herren 1 des VBC Uni Bern hatte sich einiges vorgenommen im dritten Saisonspiel gegen STB Volley, das nominell stärkste Team der Liga, welches in den vergangenen Jahren mehrmals den 1. Liga Meistertitel errang, so auch 2019. Die Direktduelle sind meist hart umkämpft, von hochstehenden Ballwechsel, knappen Resultaten und Emotionen geprägt.

Dies sollte auch in der ersten Begegnung der Saison 2019/20 so bleiben. Im Wissen um die Stärke des Gegners, insbesondere ihres Diagonalangreifers Philip Gabathuler, startete der VBC Uni Bern mit sehr viel Elan und Konzentration ins Spiel. Schnell konnte man sich einen komfortablen Vorsprung erspielen, vor allem dank einer guten Serviceleistung, welche STB dazu zwang, viele einfache Bälle übers Netz zu spielen. Unsere Gegenangriffe waren kernig und entsprechend schwer zu verteidigen. Gleichzeitig war unsere Annahme äusserst stabil und das Side-out klappte hervorragend. 17:25 lautete das deutliche Verdikt, nach diesem einseitigen Startsatz, in welchem eigentlich nur eine Mannschaft spielte.

Dies änderte sich dann ab dem zweiten Satz. Auch die STB-Spieler, insbesondere Philip Gabathuler, hatten nun eingestempelt, es kam deutlich mehr Gegenwehr und Druck von der anderen Seite. Dadurch schlich sich beim jungen Uni-Team die eine oder andere Unsicherheit ein, am Service vermochte man nicht mehr dieselbe Durchschlagskraft zu entwickeln. Nichtsdestotrotz war man immer am Gegner dran, kämpfte verbissen um jeden Ball und Punkt. Gegen Satzende hin fehlte dann jedoch etwas die Genauigkeit im Angriff, weshalb man den Satz mit 25:21 dem Gegner überlassen musste.

Spätestens ab dem dritten Satz wurde das Duell auf allerhöchstem Niveau Niveau ausgetragen. Beide Seiten zeigten sich im Side-out ausserordentlich stabil. Uni Bern agierte sehr variantenreich, setzte viele Akzente über die Mitte und überzeugte mit einer starken Annahme. STB spielte fast ausschliesslich über Gabathuler, der allerdings auch einen Sahnetag einstrich und an diesem Abend leider kaum zu bändigen war. Und so kam es, dass beim Stand von 23:23 das Schiedsrichterduo eingreifen musste - welches mit dem hohen Tempo der Partie zeitweise überfordert wirkte. Nach einem Servicewinner pfiff die zweite Schiedsrichterin zu früh, worauf der erste Schiedsrichter auf Wiederholung entschied. Promt nutzte STB dieses Geschenk, brachte das Side-out im zweiten Anlauf durch und gewann nach zwei äusserst glücklichen Defense-Aktionen auch den nächsten Punkt.

Satz vier knüpfte, trotz einer auf drei Positionen veränderten Startaufstellung des VBC Uni Bern, niveaumässig nahtlos an den dritten Satz an. Mal führte Uni mit zwei, drei Punkten, dann glückten STB - oder besser Gabathuler - wieder einige sehenswerte Aktionen. Das Pendel schwankte hin und her, bis STB beim Stand von 24:22 zu zwei Matchbällen kam. Nach erfolgreichem Side-out war es an Mittelblocker Manuel Glaser, mit einem knackigen Block zum 24:24 auszugleichen. Schlussendlich konnte das junge Team, bei welchem zu diesem Zeitpunkt fünf Junioren auf dem Feld standen, den Satz- und damit Punktgewinn mit 28:26 nach Hause bringen.

Das Tie-Break war der verdiente Lohn für eine über weite Strecken starke Leistung gegen einen überaus spiellaunigen, nahezu fehlerlosen Gabathuler. Diesen brachte man leider auch im fünften Satz nicht unter Kontrolle. Wo man auch blockte, wohin man auch stand in der Defense - er hatte auf alles eine Antwort. Zudem fehlten im fünften Satz auch etwas die Emotionen. Und gegen Ende hin liessen auch Niveau und Konzentration erstmals etwas nach. Somit war das Tie-Break mit 15:7 dann eine klare Angelegenheit.

Fazit: Es wäre vor allem im dritten äusserst unglücklich verlorenen Satz mehr dringelegen für den VBC Uni Bern. Man hätte aufgrund der Leistung auch mehr als einen Punkt verdient gehabt. Trotzdem kann das Team mit dem Saisonstart grossmehrheitlich zufrieden sein. Nach drei Spielen gegen die auf dem Papier stärksten Konkurrenten in dieser Liga steht die junge Mannschaft mit sieben Punkten zu buche. In den nächsten Wochen gilt es nun, dieses Punktekonto gegen nominell etwas weniger starke Gegner auszubauen.

Best Player VBC Uni Bern: Libero Benjamin Studer

 

P.S.: Warum gab es keinen Matchbericht vom zweiten Saisonspiel? Gegen Volley Muristalden spielte der VBC Uni Bern nur einen hart umkämpften Satz, welchen man knapp mit 23:25 dem Gegner überlassen musste. Dies nachdem man den Start komplett verschlafen hatte und sich schnell mit einem 2:8-Rückstand konfrontiert sah. Danach steigerte sich die Mannschaft und glich zum 23:23 aus, bevor sich die Routine in den entscheidenden zwei Punkten durchsetzte. Doch die Routine hatte auch ihren Preis. Das Team war nur zu sechst angereist und hatte nach dem ersten Satz einen verletzungsbedingten Ausfall zu verkraften. Entsprechend entfielen die restlichen Sätze und wurden mit 25:0 zugunsten Uni Bern gewertet.

Entsprechend entfiel auch die Best-Player-Ehrung.