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Damen 2: "Englische" Woche bringt Aufstieg

Droguett Francisco 26.02.2019

Nach dem Sieg gegen unseren härtesten Konkurrenten, den VBC Langenthal, standen drei Spiele innert 10 Tagen an. Wir wussten, gestalten wir diese Phase erfolgreich, könnten wir den Sack bereits zumachen – entsprechend hoch war der Druck. Aber der Reihe nach...

 

Auswärts gegen den VBC Riggisberg, 16.02.19

Als erstes stand das schwere Auswärtsspiel in Riggisberg an. Die Längenbergerinnen sind bekannt für ihren unermüdlichen Kampfgeist und befinden sich zurzeit mitten im Abstiegskampf, entsprechend motiviert traten sie an. Den ersten Satz konnten wir einigermaßen souverän 25:20 gewinnen, aber bereits im zweiten Satz zeigte sich, dass es ein hartes Stück Arbeit werden würde. Plötzlich waren wir mit einem 16:21-Rückstand konfrontiert, Riggisberg glänzte zu diesem Zeitpunkt mit einer sehr soliden Teamleistung. Mit der Sicherheit, beinahe jeden Rückstand aufholen zu können, tasteten wir uns dann Punkt für Punkt heran, fanden zu unserem Stil und zu unserer Sicherheit zurück und konnten in Extremis den zweiten Satz 27:25 doch noch gewinnen. Auch davon ließ sich Riggisberg nicht beeindrucken, spielte wacker weiter und kam mit 25:18 zum verdienten Satzgewinn im dritten Umgang. Angeführt von unserem entfesselten Captain zeigten wir dann im vierten Satz, dass wir verdientermaßen an der Tabellenspitze stehen, eine rasche 10:2-Führung brach den Mumm unserer Gegnerinnen, den Satz beendeten wir mit 25:11, das Spiel 3:1.

Wenige Stunden nach dem Auswärtssieg ließ der VBC Schwarzenburg Punkte gegen den ST Bern liegen – und damit war bereits fünf Runden vor Schluss klar, dass wir auch rechnerisch nicht mehr vom ersten Platz verdrängt werden können: Direkter Durchmarsch also nach dem erst letztjährigen Aufstieg! Und das mit nahezu der gleichen Mannschaft - wow!

 

Auswärts gegen den VBC Brienz-Meiringen, 21.02.19

Nun hieß es trotz des unerwartet frühen Aufstiegs die Spannung aufrechterhalten. Ein erster harter Prüfstein folgte sogleich: Der VBC Brienz-Meiringen war nach der Vorrunde das heimstärkste Team gewesen, zudem waren sie in den letzten Jahren in Brienz kaum mal zu schlagen gewesen: eine veritable Heimmacht! Als Motivationsspritze brachte Yves, unser Statistiker, eine ominöse Kiste mit, die nur im Falle eines Sieges zu öffnen wäre.

Der erste Satz gestaltete sich eng, zwei Mal konnten die Oberländerinnen einen kleinen Rückstand ausgleichen (zum 17:17 und zum 21:21), bevor wir mit einer kleinen Service-Serie den Sack zum 25:21 zumachen konnten. Aber Brienz ist zuhause eben schon unglaublich stark, was sie uns im zweiten Satz deutlich zu spüren gaben: Wir kamen ziemlich unter die Räder, waren zwischenzeitlich bis zu 10 Punkte in Rückstand und verloren ziemlich diskussionslos mit 18:25. Unsere Reaktion auf den Satzverlust ist aber eines Meisters würdig: Wir besannen uns auf unser Spiel und unsere Stärken und setzten uns mit 25:15 und 25:21 letztlich doch deutlich durch. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es ein tolles Spiel war gegen einen ebenso starken wie auch sympathischen Gegner.

Und die Kiste? Darin waren zur Überraschung aller „Meister“-Shirts, die wir uns nun redlich verdient hatten. Was für eine coole Idee, was für ein wunderbares Erinnerungsstück – danke Yves!

 

Zuhause auswärts gegen den ST Bern, 25.02.19

Zum Nachtragsspiel gegen den ST Bern war es gekommen, da unser Stadtrivale infolge Skiferien beim regulären Spieldatum nicht genügend Spielerinnen hätte stellen können. Wir kamen ST Bern hier sehr gerne entgegen, zumal sie uns anboten, das Spiel bei uns durchführen zu können. Nach einer verkorksten Vorrunde mit nur zwei Siegen hat die Mannschaft von ST Bern in der Rückrunde Fahrt aufgenommen und mit Siegen über Schwarzenburg und zwei ganz knappen 2:3-Niederlagen gegen das viertplatzierte Spiez und zuletzt gegen das drittplatzierte Papiermühle (17:19 im 5. Satz) viel Moral im Abstiegskampf bewiesen. Wir waren also gewarnt!

Im ersten Satz wog das Spiel hin und her, insbesondere in der Money-Time wechselte die Führung beinahe in jedem Ballwechsel, wobei ST Bern seine aufsteigende Tendenz mit dem 28:26 unterstrich. 0:1 hinten, das war uns schon ganz lange nicht mehr passiert, aber wiederum folgte die Reaktion auf dem Fuße, wir wurden wieder präziser, zwingender, das Side-Out-Spiel funktionierte wieder, mit einem klaren 25:12 brachten wir uns ins Spiel zurück. War das Spiel nun gegessen? Mitnichten! Bewundernswert, wie ST Bern nach dieser Klatsche wieder aufstand, in der Defense um jeden Ball kämpfte und eine sehr schnelle Angriffsauslösung suchte. Wir sahen uns bald mit einem 8:14-Rückstand und mit Gegnerinnen konfrontiert, die nachdrücklich den Sieg suchten. Trotzdem gelang es uns, ruhig zu bleiben, ohne an Spannung nachzulassen, wir kamen Punkt für Punkt heran, konnten zum 21:21 ausgleichen und zum 25:22 abschließen. Auch der vierte Satz gestaltete sich spannend, mit immer wieder wechselnden Führungen. Einen 21:23 Rückstand konnten wir umgehend ausgleichen und bei 23:24 gelang es uns, einen Satzball abzuwehren. Unseren ersten Matchball verwandelten wir dann souverän zum 26:24, obwohl uns ST Bern alles abverlangt hatte. Damit war der dritte 3:1-Sieg in Folge im Trockenen. Und: Im Hexenkessel Muesmatt haben wir nun seit März 2017 keine Punkte mehr hergegeben.

 

In den letzten zehn ereignisreichen Tagen konnten wir zeigen, dass wir als Team gereift sind, dass wir Spannung und Motivation aus uns heraus aufbauen können, dass wir Druck in positive Energie umwandeln können. Das ist ganz großes Tennis! Wir freuen uns sehr auf die zwei verbleibenden Spiele gegen den VBC Burgdorf und gegen den VBC Schwarzenburg.