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Herren 2/1. Liga: In der Adventszeit den Tritt gefunden

Ammann Thomas 17.12.2018

Das spärlich informierende 1. Liga Team des VBC Uni Bern meldet sich in Schrift mal wieder zu Wort: Das Team erfuhr vor der Saison einmal mehr grosse Umstrukturierungen. Einige Spieler verliessen das Team und wurden vor allem durch junge Nachwuchskräfte aus dem U17-Team ersetzt. Auch auf der Trainerposition gab es einen Wechsel, Serge Lovis nahm die Mannschaft unter seine Fittiche.

Obwohl bereits in der Saisonvorbereitung gut gearbeitet wurde, war allen bewusst, dass der Aufbau Zeit benötigen wird und die Früchte der Nachwuchsarbeit und -förderung nicht am ersten Spieltag geerntet werden können. Die erste Saisonhälfte war entsprechend geprägt von einem Auf und Ab.

Die ersten drei Auswärtsspiele gingen gegen die Teams auf den Positionen 1-3 (nach der Vorrunde) allesamt mit 1:3 verloren. Doch sowohl in Basel (23:23 in Satz 1) als auch in Delémont (24:24 in Satz 3) und in der Matte gegen STB (20:16 in Satz 4) war man nahe an einem Punktgewinn.

Die ersten drei Heimspiele gestalteten sich demgegenüber deutlich entspannter. Sie endete alle ebenfalls mit 3:1 für das Heimteam - also für uns. Nach einem erknorzten Sieg gegen das auch nach 11 Spielen noch punktelose Porrentruy gab es gegen Muri (zu 12, 21 und 16) Länggasse (zu 18, 23, 18) abgesehen des obligaten "vertubleten" Satzes deutliche Siege.

Rechtzeitig auf die besinnliche Adventszeit steigerte sich die Mannschaft dann langsam. Die Automatismen begannen zu spielen, die Trainingsqualität steigerte sich - auch dadurch, das unser Trainer Serge seit einigen Wochen beide Trainings leiten kann - und die Spiele wurden besser und besser. So holten sich die Stadtbären aus den letzten fünf Spielen zwölf Punkte. Gegen die beiden Muristalden-Teams gab es jeweils Fünfsätzer - gegen U60 zugunsten von uns, gegen Volley zugunsten des Gegners. Aber beide Spiele waren auf hohem Niveau ausgetragen und äusserst umkämpft. Fünf der zehn Sätze endeten mit zwei Punkten Unterschied. Zwischen diesen beiden Spielen gab es gegen Nidau den ersten, vielumjubelten Auswärtssieg der Saison.

Mitte Dezember startete schliesslich die Rückrunde mit einem Doppelwochenende. Gegen Basel hatte man vom Saisonstart-Spiel noch eine Rechnung offen. Entsprechend heiss und motiviert war die Mannschaft. Und sie zeigte ihre bis dato beste Leistung diese Saison. Sie liess den Zweitplatzierten zu keinem Zeitpunkt richtig ins Spiel kommen, diktierte das Spiel und brillierte immer wieder mit sehenswerten Kombinationen. Der Service funktionierte, die Annahme war auch dank Aushilfslibero Nicolas vom Herren 3 äusserst stabil und im Angriff lief es bis weit in den dritten Satz hinein wie am Schnürchen.

Trotzdem fing das Team am Ende des dritten Satzes eine Baisse ein und sah sich beim Stand von 21:24 drei Satzbällen gegenüber. Ein Sideout, ein Block und ein Angriffsfehler später stand es jedoch 24:24. Und bei 25:25 schenkten die undisziplinierten, oft mit dem Schiedsrichter hadernden Basler dem VBC Uni Bern gleich zwei Punkte: Der Passeur spielte als Grundspieler den Ball übers Netz, was vom Schiedsrichter korrekterweise sanktioniert wurde. Die Basler wollten dies nicht wahrhaben und reklamierten trotz bereits erhaltener gelber Karte äusserst lautstark und unflätig. Die folgerichtige rote Karte beendete das Spiel zugunsten der Berner.

Eine rote Karte gegen den Gegner gab es auch einen Tag später, bei der Reise ins 90 Minuten entfernte, abgelegene jurassische Porrentruy. Sie entschied dieses Mal jedoch nicht die Partie, denn diese war beim Stand von 21:10 im dritten Satz bereits gelaufen. Gegen einen punktelosen, in dieser Liga überforderten Gegner zu spielen, ist meist eine gefährliche Aufgabe, da man sich schnell auf das Niveau des Gegners begibt. Doch das Team hat sich in den letzten Wochen gefestigt und meisterte die Herausforderung mit Bravur. Zu 17, 21 und 12 fertigte man den Aufsteiger ab und liess zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen über den Sieger dieser Partie.

So befindet sich das junge 1. Liga Team des VBC Uni Bern nach 11 Spieltagen mitten im sechsköpfigen Playoffrennen. Als Viertplatzierter weisen die Stadtbären vier Punkte Rückstand auf Platz zwei auf. Die ersten sechs Teams sind bei noch sieben ausstehenden Partien nur durch acht Punkte getrennt.

Vor der kurzen Weihnachtspause tritt die Mannschaft am kommenden Samstag um 13.30 in Gümligen noch gegen Muri Bern an. Das Team um den ehemaligen Uni Bern NLA-Spieler Mats Kovatsch liegt nur einen Punkt hinter uns, was die Begegnung zu einem Sechs-Punkte-Spiel im Hinblick auf den Playoffkampf macht. Unterstützung ist deshalb angebracht! Und es lohnt sich derzeit, der Mannschaft zuzuschauen. Sie haben zuletzt begeisterndes, hochstehendes Volleyball gezeigt, treten mit viel Selbstvertrauen und als geschlossene Einheit auf und legen wenn nötig auch den richtigen Kampfgeist an den Tag. Dies beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass das Team von 15 Sätzen, die mit zwei Punkten Unterschied endeten, deren neun gewinnen konnte.