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Damen 2: Arbeitssieg gegen Riggisberg

Droguett Francisco 15.12.2018

Dorfvereine mit einem vergleichsweise kleinen Einzugsgebiet entwickeln oft die Fähigkeit, ohne groß zu lamentieren, mit dem Spielerinnen-„Material“, das sie haben, ein Optimum herauszuholen. Das heißt, die Spielerinnen spezifisch nach ihren Stärken einzusetzen und teilweise zu unkonventionellen mannschaftstaktischen Lösungen zu kommen. Zudem bleiben die Mannschaften vielfach in der gleichen Zusammensetzung über Jahre hinweg beisammen und entwickeln ein unglaublich solidarisches Zusammenspiel. Die 3.-Liga-Pro-Damen des VBC Riggisberg sind ein Paradebeispiel für all diese Eigenschaften. Entsprechend schwer ist es, gegen diese Mannschaft zu bestehen, und entsprechend spannende Matches entwickeln sich gegen sie.

Im ersten Satz gelang es uns ziemlich bald die Maschine zum Laufen zu bringen, Riggisberg wehrte sich nach Kräften, konnte aber das Tempo nicht mitgehen – noch nicht, wie sich später zeigen sollte. Jedenfalls brachten wir den ersten Satz einigermaßen solide mit 25:15 ins Trockene.

Dies schien allerdings die Kampfeslust von Riggisberg eher anzustacheln als sie zu trüben, jedenfalls starteten die Frauen vom Längenberg furios in den zweiten Satz, kämpften beherzt um jeden Ball und setzten uns immer wieder über ihre hervor- und herausragenden Mitten unter Druck. Einen 11:17 Rückstand konnten wir zwar noch verkürzen, aber den Flow der Gegnerinnen nicht brechen, 22:25 lautete das Verdikt.

Vom Satzgewinn beflügelt hielt Riggisberg den Druck aufrecht und erarbeitete sich auch im dritten Satz einen komfortablen Sechs-Punkte-Vorsprung zum 12:18. Ab diesem Moment kam die Breite und Stärke unserer Bank zum Tragen: Insbesondere zwei Einwechselspielerinnen rissen das Ruder herum und vor allem die Mannschaft mit, elf Services später stand es 21:18. Riggisberg wäre aber nicht Riggisberg, wenn es sich jetzt hätten geschlagen gegeben. Im Gegenteil, die Riggisbergerinnen bäumten sich nochmals auf, überholten uns wieder zum 21:22 und hatten bei 23:24 Satzball. Unsere Nervenstärke konnten wir dann gleich zweimal unter Beweis stellen: Den Satzball wehrten wir souverän ab – notabene gehen ihre stärkste Servicespielerin. Bei unserem Satzball (25:24) griff der Coach der Riggisbergerinnen dann tief in die Trickkiste und verlangte ein drittes Timeout, um unseren Rhythmus zu brechen. Es gelang ihm jedenfalls einen Unterbruch zu provozieren, vorauf der Schiedsrichter reglementskonform etwas Farbe ins Spiel brachte. Unsere Servicespielerin ließ sich aber davon weder beeindrucken noch beunruhigen, setzte einen kraft- und druckvollen Service übers Netz und so konnten wir einen Satz, bei dem wir nur einmal kurz geführt hatten, doch noch 26:24 für uns entscheiden.

Aber selbst das bedeutete keinen Bruch im Riggisberger Spiel: Die bewundernswert aufopferungsvoll spielenden Riggisbergerinnen hielten auch zu Beginn des vierten Satzes mit, ließen sich nicht wirklich abschütteln, setzten immer wieder über die Mitte Nadelstiche. Aber auch wir konnten unsere Spielweise durchziehen und vor allem in der Money-Time nun durch ein solides Side-Out überzeugen und beendeten so den vierten Satz 25:21 und das Spiel 3:1.

Ein Arbeits- und Willenssieg, wie er im Buche steht, bei dem wir von den Gegnerinnen stark gefordert wurden. Wir konnten bei diesem Spiel zeigen, dass wir in den entscheidenden Momenten den Punkt machen können, bspw. folgte auf jedes eigene Timeout das direkte Sideout, und wir bewiesen Nervenstärke. Alles in allem hielt die Affiche, was sie versprach: Ein heißes, hart umkämpftes Spiel, in dem sich verschiedene Taktiken und verschiedene Spielphilosophien miteinander maßen. Wir freuen uns auf das Rückspiel!