, Diemand Fabian

Herren 3: In den Cupfinal gehustet

Im Oberland waren wir diese Saison noch nie. Umso erfreulicher, dass bei dieser Premiere nichts geringeres als der Einzug in den Cupfinal auf dem Spiel stand.

Im Oberland waren wir diese Saison noch nie. Umso erfreulicher, dass bei dieser Premiere nichts geringeres als der Einzug in den Cupfinal auf dem Spiel stand. Den richtigen Weg fanden wir glücklicherweise trotzdem. Die Halle war (eigentlich) auch wirklich gut ausgeschildert. Nach dem essentiellen Elimination und dem bekannt genialen Warm-Up aus dem Hause Dippon, konnten wir in der Folge mit dem Einschlagen beginnen. Dieses lässt sich bestens mit den Attributen "laut" und "hallend" umschreiben. Teils aufgrund der brachialen Kraft hinter den Schlägen, teils (Ketzer!) aufgrund der hervorragenden Akkustik der Halle. Ein eher unerwarteter Einstieg, war doch ein nicht unwesentlicher Anteil der Anwesenden etwas heiser, verschnudert oder von anderen Wehwehchen geplagt.

Ohne Schiedsgericht und in einer fremden Halle überlassen wir im ersten Satz nichts dem Zufall. Unabhängig, objektiv und unbestechlich wie die Stiftung Warentest prüfen wir die Netzhöhe (man wird wohl auch auf die etwas tiefen Zuspiele noch draufprügeln dürfen), nutzen die Hallenhöhe (ja die Manchette die als Notball rüberkam war hart!), messen die Halle bis zum letzten Zentimeter aus (ja, zwischen Feldlinien und Wand ist ausreichend Platz) und auch der gegnerische Block erhält sein Gütesiegel für die aussergewöhnlich niedrige Durchlässigkeit. Damit diese wirklich wichtigen Qualitätssicherungsmassnahmen auch anspruchsgerecht erledigt werden konnten, war natürlich zwischendurch mal das ein oder andere Nickerchen nötig. Die aufmerksamen Leser vermuten es schon, der erste Satz ist ein Taucher, wie er in der Saison noch nicht aufgetreten ist und wie man ihn sich auch gegen eine Mannschaft aus der dritten Liga nicht leisten kann. Unser Gegner wiederum nutzt seine Chancen und krallt sich verdient den Einstieg ins Spiel.

Nun da wir uns sicher sind, dass alles mit rechten Dingen zu und her geht, beschliessen wir in der Satzpause das Ende der Testphase. Davon erholt haben wir uns dennoch nicht gänzlich. So flattern auch im zweiten Satz nicht nur die Services, sondern auch die Leistung und zeitweilig auch etwas die Nerven. Der Satz plänkelt ohne nennenswerte Highlights vor sich hin. Die Konsequenz: Unser Libero (Kevä) besinnt sich im Stile Haikyus an die Worte des Senpais, die dem Libero das obere Zuspiel im Dreimeterraum untersagen, hebt ab und packt den schönsten Jump-Set der Geschichte des VBC Uni Bern aus. Die Gegner sind in dem Satz wieder alles andere als nachlässig und pflücken insbesondere im Block nach wie vor mehr Äpfel als wir uns das von unseren Meisterschafts-Gegnern gewohnt sind. Nichtsdestotrotz finden wir nicht nur endlich ins Spiel, sondern auch schneller die 25 Punkte.

Es ist an der Zeit, mit Chäbe die geballte Kraft der Volleyballerfahrung aufs Feld zu bringen und dem etwas angeschlagenen Nik eine Auszeit zu gönnen. Chäbe tut, was Chäbe am besten kann, lesen. Phasenweise entsteht von aussen der Eindruck, er wisse was die Spiezer tun werden, bevor die Spiezer das wissen. Wenn er nicht liest, dann ruft er. Mehrfach zieht er so die gesamte Aufmerksamkeit der Gegner auf sich und ermöglicht es damit unseren Aussen und Dias, etwas konfortabler am der Spiezer Wand vorbei anzugreifen. Gegen Satzende lässt sich Kevä nochmal inspirieren, diesmal von niemand geringerem als CR7. Per Kopfball gehts auf Pipe, die von Tim versenkt wird. Aber nicht etwa in der gegnerischen Feldhälfte, sondern in der unteren Netzhälfte. Der Druck ist an der Stelle wohl schlicht zu gross gewesen. Ein Toilettengang soll Abhilfe verschaffen.

Satz Nummer vier, der Druck ist weg, die Stimmung ausgelassen. Tim ist in dieser Phase dank der tollen Spiezer Sanitäranlagen nicht mehr zu stoppen und schnappt sich durch clevere Lösungen im Angriff gar die Auszeichnung zum MVP. Wir lassen in diesem Satz nichts mehr anbrennen. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch auf den Zuschauerrängen müssen sich die Spiezer geschlagen geben. Die Hallenakkustik unterstützt die eigenen Fangesänge zu sehr! Die Spiezer zwar wiederum sehr wach und aktiv in Block und Defense, sodass wir uns mindestens einmal beinahe zu früh freuen, wir jedoch nun deutlich solider in den eigenen Aktionen und mit merklich weniger Eigenfehler unterwegs. So gehen Satz und Spiel am Ende zu unseren Gunsten aus und der Einzug in den Cupfinal ist gesichert.

Fehlende Schiris sollten der Fairness kein Abklang sein. Der Dank gebührt den Spiezern, deren Fans für Stimmung in der Halle sorgten und die uns einen spannenden Fight geliefert haben. Die Abmachung steht, ihr bringt die Stimmung an den Cupfinal, wir das Bier, um die Kehlen freucht zu halten! Und Noah, dement ist hier keiner. Dein Versprechen haben wir glasklar in Erinnerung und freuen uns darauf, von dir Bälle zugerollt zu bekommen. #roadtoballrollercompleted

See you @ Cupfinal, 26. März 2023, Turnhalle Schlossmatt in Münsingen

Next Game: Meisterschaftsspiel Rückrunde, Auswärts gegen Volley Oberdiessbach, 18. Februar 2023, Primarschule Oberdiessbach, Anpfiff: 20:00 Uhr