, Diemand Fabian

Herren 3: Wär het der länger...

... Atem? Atem, dänk! Was hesch Du itz erwartet?! Aber wir wollen nicht vorgreifen.

Wir schreiben den 28. Januar des Jahres 2023. Ein klirrend kalter Samstag Morgen. Begleitet von leichtem Schneefall trifft sich die Mannschaft des Herren 3 (eigentlich 2), voller Pasta (Merci Tobi!) und Siegesdrang, dem Angriff auf die bisher ungefährtete Herrschaft über die Tabelle der zweiten Liga standzuhalten. 

Die Motivation ist spürbar, die Vorfreude auf das Spitzenspiel gross. Nicht einmal die Beschallung aus der gegnerischen Garderobe vermag die gute Laune zu drücken. Unser tierisch inspiriertes Warm-Up bringt uns dann auch physisch auf Hochtouren. Das erste Duell des Tages entscheidet die Münze für uns. Fix werden die Seiten gewechselt. Die zahlreichen Zuschauer:innen sollen uns beim Einschlagen schliesslich von der besten Seite bewundern können. Es folgt ein Pep-Talk unseres Coaches, der neben der Ehre seines Amtes auch gleich das Vergnügen hat, uns in das vielleicht zweitwichtigste Spiel der Saison zu führen.

Motivation, Siegesdrang und vielleicht auch der Pep-Talk werden den ersten Satz prägen. Die Mannschaft ist präsent in Verteidigung und Annahme, widerstandskräftig im Block und durchschlagskräftig bis kreativ im Angriff. Ein rausgepfiffenes (aber wirklich lupenreines) Zuspiel unseres Liberos wird der einzige Dämpfer des Satzes bleiben. Das Spiel funktioniert wie geschmiert. Annahme-Zuspiel-Punkt wie aus dem Bilderbuch. Man stelle sich vor, Mitten und Dias, die nach erfolgreichen Verteidigungsaktionen am Boden liegen (nicht aufgrund von Sauerstoffmangel!) sollten nicht länger mehr Geschöpfe feuchter Volleyball-Träume sein! Unsere Widersacher waren durchaus solide in das Spiel gestartet. Solide soll gegen fulminant aber nicht ausreichen. Das Schlusswort (im Fachjargon auch Schlussdetonation genannt) hat El Presidente höchstpersönlich. Die Mannschaft jubelt, die Schulter auch! Der Satz geht nach 39 Minuten mit einer überzeugenden Leistung und 25 zu 21 Zählern zu unseren Gunsten aus. 

Dem Sieg einen Satz näher starten wir in die zweite Runde. Der Satz startet ausgeglichen, bevor Nicolas gezwungen wird, einer längeren Durstphase mit einer Auszeit Einhalt zu gebieten. Nach kurzer Verzögerung zeigt die Massnahme Wirkung. Die Aufholjagd kann starten. Unser Spiel weist nun eine merkliche Eigenfehler-Quote auf. Der Gegner in dieser Phase des Spiels eine Gummiwand mit grossem Gegendruck. Dank einigen guten Angriffsaktionen können wir uns im Spiel halten. Von einer Aufholjagd kann jedoch keine Rede sein! Doch das Blatt soll sich wenden. Wir stabilisieren unser Spiel stetig und Timo gelingt es gar, unsere Widersacher mit einer Aufschlagserie in eine kurze Verschnaufpause zu scheuchen. Leider erfolgreich. Dennoch vermögen wir nun, den Rückstand sukzessive abzubauen. So erarbeiten wir uns gar Satzbälle (also, einen Satzball). Aber, oh Schreck! Eine Mitte am Aufschlag. Der Gegner zeigt sich gnädig und nimmt den segelnden Ball an, nur um diesen dann mit einer Finte ins Lagerfeuer zu verwerten. Danke für nichts! Was dann folgt ist ein Ballwechsel, der in Länge und Intensität einem "Drei ???"-Krimi in Nichts nachsteht. Allerdings mit bösem Ende zu 24:25. Umsichtig wie er ist, nimmt unser Coach ein Timeout, damit die Zuschauer:innen vor Spannung nicht von der Tribüne fallen. Der Satz geht weiter, wo er unterbrochen wurde. Aus André Marx* wird Alfred Hitchcock, Krimi wird Thriller. Die Rally beinhaltet alles! Marathon laufende Zuspieler, zuspielende Mitten, mittelgute Angriffe von Aussen, äusserst geistreiche Leger, liegende Liberos. Doch der Aufwand wird nicht belohnt. Nach 16 (!) Netzüberquerungen landet der Ball nach einer Blockberührung unsererseits im Aus. 24:26 für den Gegner. In einer kurzen geistigen Umnachtung will dieser gar bereits mit dem Netzabbau beginnen. So schnell sollte das Spiel dann doch nicht fertig sein.

Der Weckruf des zweiten Satzes zeigt seine Wirkung. Die Eigenfehlerquote ist im dritten Satz da, wo man sich sie wünscht. Auf der anderen Spielfeldhälfte. Gleichzeitig bekommen wir im Block und im Angriff wieder mehr Zugriff auf das Spiel und können unsere Punkte zuverlässig verbuchen. Dennoch: Kein Satz ohne Dämpfer, so die Devise! Im Fall von Satz Drei wird das ein Aufschlag sein, der seinen Weg nur über Umwege (Dank sei dem Kopf von Nik) auf die andere Seite des Netzes finden soll. Macht nichts! Unser Stinktier freut sich auf sein neues Herrchen. Einmal mehr vermag Luc am Zuspiel zu glänzen. In Duracell-Manier erläuft er jeden Ball, bringt gute Verteidigungen und Verteilt die Bälle, sodass unseren Gegnern vor Staunen die Luft weg bleibt. Für einen Moment entdeckt er gar den Gandalf in sich, stellt sich dem Balrog (Sorry, Mätthu) tapfer entgegen und lässt keinen Ball mehr die Netzkante passieren. Das Ausbleiben des klassischen "YOU SHALL NOT PASS!" ist an der Stelle wohl der bisherigen Dauer des Spiels geschuldet. Aber man kann ja nicht alles haben. Lange Rede kurzer Sinn. Der Satz geht mit 25:19 an uns.

Auf geht's in Satz Nummero Vier. Beide Mannschaften sind im Spiel angekommen, der eine oder andere wäre wohl am liebsten bereits wieder fertig. Entsprechend der fortgeschrittenen Spielzeit, werden die Highlight-Bälle weniger und die Ballwechsel kürzer. Kerntreiber für einen schnellen Sieg ist mehr und mehr die Pizza nach dem Spiel. Auf beiden Seiten, wie sich später herausstellen sollte. Keiner war jedoch bereit, den anderen (und sich selbst) den Weg zur Pizza zu verkürzen. Eine ausgeglichen kämpferische Leistung beider Seiten führt ohne grosse Überraschung wieder zu einem Krimi gegen Satzende. So auch heute. Allerdings stehen wir auf der Seite des Feldes auf der wir heute noch keinen Satz gewonnen haben. Böse Zungen mögen uns Aberglaube unterstellen. Aber wir sind uns sicher: Die Feldseite hat sich gegen uns verschworen! Zum Satzende stehen 23 zu 25 Punkte zu Buche. Das Spiel geht weiter.

Der Abend wird länger, der Sauerstoff weniger. Satz Fünf erwartet uns voller Vorfreude. Randnotiz: Beruht nicht auf Gegenseitigkeit! Wie bereits zuvor startet der Satz ausgeglichen. Wie bereits zuvor Punkten beide Mannschaften zuverlässig aus dem eigenen Sideout. Wie bereits zuvor wird sich nichts geschenkt. Aber 15 Punkte sind schnell gespielt und verzeihen keine Tiefflüge. Mit nicht mehr allzu viel Kerosin im Tank (lange Spiele, sinkender Sauerstoffpegel, lange Matchberichte, sinkende Kreativität; man sehe es mir nach) erlauben wir uns allerdings genau so eine Bodenbesichtigung zur Mitte des Satzes und finden uns wieder in der Position, einem Rückstand hinterherzulaufen. Konnten wir diesen in Satz Zwei noch aufholen, fällt er uns diesmal auf die Füsse. Alles hat ein Ende und so endet mit 12:15 für den Gegner nicht nur dieser Satz, sondern auch das Spiel.

 

 

Am Ende können wir uns einen Punkt gutschreiben und somit den Spitzenplatz in der Tabelle absichern. Ob das nun ein Punkt gewonnen oder zwei Punkte verloren ist, diese Diskussion überlassen wir euch. Nun verbleibt nur noch die Gratulation zum Sieg an Volley Uni Bern. Guete Fight, geile Mätch gsi! Bis gly (hoffentlich) ;-)


Am Samstag, 11.02.2023, 15:30 Uhr, steigen wir gegen Volero Aarberg wieder in den Ring. ZSSw 2, be there!

*deutscher Hauptautor der "Drei ???", für die literarisch Ungebildeten