, Ammann Thomas

10 Sätze und ein Happy-End für das Herren 1 am ersten Doppelwochenende

Mit U60 Muristalden auswärts am Freitagabend sowie dem VBC Thun im Schweizercup zu Hause am Sonntagabend stand für das Herren 1 das erste Doppelwochenende an. Am Ende resultierte gegen Muristalden eine 2:3-Niederlage, gegen Thun ein 3:2-Sieg. Somit holte das Team in der Meisterschaft den ersten Punkt und qualifizierte sich im Cup für die 3. Runde, in der es nach Lausanne geht.

Das trotz guter Vorbereitung, erfolgreicher Testspiele und einem Sieg am heimischen Uniturnier noch nicht alles rosig schön harmonisch ist, merkte das Team bereits am Turnier in Davos und nicht zuletzt beim ersten Meisterschaftsspiel in Basel (1:3-Niederlage). Die Integration von sieben neuen Spielern, die Kompensation der Abgänge von fast der kompletten Stamm-Mannschaft sowie ein neuer Trainer – dieser Prozess braucht etwas mehr Zeit als die wegen COVID-19 bereits etwas verkürzte Vorbereitung.

Allerdings: Die Richtung stimmt. Dies zeigte sich bereits am vergangenen Freitag, beim zweiten Meisterschaftsspiel auswärts gegen U60 Muristalden. Die Mannschaft des Gegners hatte sich wie unsere ebenfalls verändert – allerdings nicht mit der Integration von hoffnungsvollen Nachwuchskräften aus der 2. Liga, sondern beispielsweise mit dem ehemaligen lettischen Nationalspieler Agris Leitis oder dem langjährigen VBC-Uni-Bern-Spieler Sämi Hebeisen. Zeitweise stand auf Seiten von U60 Muristalden niemand am Netz, der kleiner als 190cm war.

Der Start gelang unserer Mannschaft dennoch gut. Muristalden musste sich erst noch etwas finden, nachdem sie erst rund 30 Minuten vor Spielbeginn überhaupt mit Aufwärmen begonnen hatten. 11:9 stand es, als sich die Differenz in der durchschnittlichen Körpergrösse erstmals bemerkbar machte. 5 Blockpunkte später stand es 11:14, kurze Zeit später war der Satz weg (18:25).

Muristalden wechselte, nahm Leitis und Hebeisen sowie den Diagonalspieler vom Feld. Und verlor dadurch merklich an Stabilität und Durchschlagskraft. Gleichzeitig stabiliserten wir unsere Annahme merklich, konnten dadurch variantenreicher zuspielen und so vermehrt gegen Einerblöcke angreifen. Eine konstante Leistung zogen wir in Satz 2 bis zum Ende durch, lagen stets in Führung und glichen nach dem 25:19 nach Sätzen aus.

Auch im dritten Satz lag der VBC Uni Bern konstant drei vier Punkte voraus. Vor allem die Mittelblocker fanden am Netz grosse Freiheiten vor und konnten aus fast allen Lagen punkten. Bei Muristalden wackelte immer wieder auch die Annahme, was aber auch an den druckvollen Services unsererseits lag. Am Ende brauchte es zwar vier Satzbälle bis zur 2:1-Satzführung, mit 25:20 war sie aber mit solidem Vorsprung in trockenen Tüchern.

Muristalden reagierte und schickte wieder seine Sechs aus dem ersten Satz aufs Feld. Und das Spielgeschehen drehte abermals. Schnell lag das Heimteam mit acht Punkten in Front. Zwar kämpften wir uns mit dem einen oder anderen schönen Punkt in der Folge wieder etwas heran. Aber den Angriffsqualitäten von Leitis und Co. hatten wir an diesem Abend nichts gleichwertiges entgegenzusetzen. Immerhin gelang es uns, Muristalden auch zum einen oder anderen Fehler zu zwingen, was im Hinblick auf das Tie-Break zuversichtlich stimmte.

Tatsächlich erarbeiteten wir uns mit einigen gelungenen Block- und Verteidigungsaktionen einen Vorsprung im Entscheidungssatz. 9:7 lautete das Score kurz nach dem Seitenwechsel. Doch was folgte, würden Routiniers wohl als klassischen "Junior vs. Expierence"-Verlauf beschreiben. 11:15 lautete das Resultat am Ende. Dabei war es nicht so, dass wir schlecht gespielt hätten in dieser Phase. Muristalden machte schlicht weniger Fehler, spielte die einfachen Bälle konsequent anstatt zu künsteln – und konnte sich auf Punktelieferant Agris Leitis verlassen.

So nahm der VBC Uni Bern einen verdienten Punkt mit nach Hause. Ein zweiter wäre sicherlich auch nicht gestohlen gewesen aufgrund der Leistungssteigerung. Insgesamt agierte das Team jedoch zu unkonstant und konnte seine guten Phasen zu wenig lange aufrechterhalten.

MotM: Mittelblocker Dominic Lauener (#9)

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Somit nahm die Mannschaft von Neo-Trainer Lars Bischoff am Sonntagabend den dritten Anlauf zum ersten Saisonsieg. In der 2. Runde des Schweizercups wartete Ligakonkurrent VBC Thun auf die Berner. In der Vorbereitung resultierten zwei klare Siege gegen die Oberländer, weshalb die Erwartung klar war: Diese Hürde muss übersprungen werden.

Doch der Start verlief dann alles andere als springend. Kurz zusammengefasst: In der Annahme ging: Nichts. Etliche Annahmefehler prägten den ersten Satz der Hauptstädter. Die wenigen spielbaren ersten Bälle mussten derart offensichtlich verteilt werden, dass der gegnerische Block leichtes Spiel hatte. 3:10 stand es schnell, nach einem kurzen Aufbäumen zum 9:14 lautete der Spielstand gleich darauf 22:14. Die Verunsicherung war spür- und greifbar, der Satzverlust (20:25) die logische Konsequenz.

Doch auch bei Thun lief nicht alles rund. In der Annahme waren auch sie verwundbar, im Angriff waren sie primär über die Mitte sowie Manuel Glaser erfolgreich, der auf diese Saison hin die Seiten gewechselt hatte. Bis 9:2 erarbeitete sich das Heimteam eine 7-Punkte-Führung, die es bis Ende des Satzes halten konnte. Was in Satz drei folgte, war aber keineswegs das Schaulaufen zum lockeren 3:1-Sieg, wie Satz zwei hätte vermuten lassen können. Im Gegenteil, das Team verfiel in alte Muster, patzte in der Annahme, scheiterte am gegnerischen Block und verlor dadurch wieder etwas den Mut am Netz. Thun hatte von Beginn weg stets zwei drei Punkte Vorsprung. Wir blieben zwar einigermassen auf Tuchfühlung und konnten bei 19:18 sogar in Führung gehen. Über die Ziellinie retten gelang jedoch nicht, da Thun am Ende vier Punkte in Folge erzielte und damit den Satz zum 25:23 wendete.

Mit dem Messer am Hals wechselte Bischoff mit Malte Doherr und Nicolas Moor frisches Personal auf Aussen und der Liberoposition ein. Sie stabilisierten die Annahme merklich, was die Grundlage für ein druckvolles Angriffsspiel bildet. Angeführt von Topscorer Stefan Imhof zog das Heimteam die Schraube endlich an und konnte seine zweifellos vorhandene spielerische und technische Überlegenheit auf dem Platz zeigen. 25:13 lautete das Resultat eines Satzes, den Uni Bern von A bis Z dominierte.

Und die Mannschaft nahm den Schwung ins Tiebreak mit und lag auch in diesem 7:3 in Führung. Doch: Die einzige Konstante an diesem kräftezehrenden Wochenende während 10 Sätzen blieb die Inkonstanz. Gute Phasen wechseln sich regelmässig mit Tiefschlägen ab und sorgen bisweilen dafür, dass wir uns entweder nicht belohnen können – oder einem permanenten Rückstand nachlaufen. Beides ist mental sehr anstrengend und wirkt hemmend. Entsprechend ist zu hoffen, dass die Mannschaft die Lektion aus diesen beiden Spielen lernt.

Was Satz fünf anbelangt: Beim Seitenwechsel stand es 7:8 für Thun. Bis zum 11:11 blieb es danach äusserst ausgeglichen und umkämpft. Am Ende behielten die Stadtbären jedoch für einmal die Oberhand und zogen dank eines 15:12 mit Ach und Krach in die dritte Cuprunde ein. In dieser wartet mit dem VBC Lausanne ein weiteres 1. Liga Team, dieses Mal aus der Gruppe A und auswärts.

MotM: Stefan "Pügi" Imhof (#6)